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Im Fotoalbum... ...geht's weiter mit Boris Müller, der sich im Mai 2003 ein großen Herzenswunsch erfüllte: Aufstieg zum höchsten Berg auf Samos, dem Kerkis! Doch da geht man nicht mal eben so hoch, und vor allem unternimmt ein umsichtiger "Flachland-Tiroler" diese Tour niemals alleine. Boris hatte einen sachkundigen Bergführer in persona von Jürg Urben - auch "Louis Trenker von Samos" genannt. Jürg (Schweiz) lebt seit über 10 Jahren auf Samos und betreibt in Votsalakia das bekannte Kalivi-Beach-Cafe. Wir haben zwischen Boris und ihm einen Kontakt hergestellt und die beiden machten den Berg-Deal dann vor Ort klar. |
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Hier zuerst einige Details zu meiner Person: Ich bin 25 Jahre alt und arbeite als Einkäufer in einem Maschinenbauunternehmen. Im August 2001 buchten meine Freundin Saskia und ich einen Last-Minute Urlaub auf Samos in Votsalakia. Da war es um mich geschehen! Zuhause angekommen, konnten wir die Insel nicht mehr vergessen. Als es 2002 wieder um die Urlaubsplanung ging, wurde schnell deutlich, es muss wieder Samos sein. Wie im Jahr zuvor hatten wir von der Rückseite unseres Zimmers einen direktem Blick zum Kerkis. Jeden Morgen schaute er mich herausfordernd an. Da es aber wieder August war und mich der "Aufstieg" zur Höhle des Pythagoras schon eine Menge Schweiß gekostet hat, war klar ich komme wieder, und zwar im Mai 2003. Nachdem ich mit Pikos Hilfe in Votsalakia einen "Bergführer" gefunden hatte, konnte die Expedition zum höchsten Punkt von Samos gestartet werden.
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An dieser Stelle möchte ich gleich auch erwähnen, dass man auf gar keinen Fall alleine auf den Kerkis sollte. Ich hätte das vorher nie gedacht, aber man kann sich da oben echt verlaufen! Mindestens zu zweit, mit Handy und viel Wasser. Fernglas und eine gute Kamera sind auch von Vorteil. Nach unserer Ankunft auf Samos am 5.Mai 2003 hatte ich noch 3 Tage Zeit, um mich im "Trainingslager" bei Ouzo und Feta auf die Expedition vorzubereiten. |
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Am 8. Mai ging es dann um kurz nach sieben in der Früh los. Das erste Stück haben wir mit dem Jeep bewältigt. Zunächst fährt man in Richtung der Höhlen des Pythagoras, knickt dann aber vorher links ab, und folgt dem Straßenverlauf, der wirklich nur für einen Jeep geeignet ist. Dieses Stück zu wandern hat nicht gerade viel Reiz. Nach ca. 15 Minuten erreicht man eine Art Parkplatz. Von dort aus geht es dann zu Fuß weiter; der Weg ist steinig, schmal und steil - er führt aber durch einen wunderschönen Wald. Kurz danach wird man schon mit der ersten beeindruckenden Aussicht belohnt. |
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Man sollte nicht den Fehler machen und zu lange schauen, da der Weg noch weit ist und die Aussicht sowieso noch besser wird: Votsalakia in der Morgensonne! Nach einer knappen Stunde war dann schon das Kloster erreicht. Ich glaube, es ist so um die 1000 Jahre alt. Es wird von zwei alten, liebenswürdigen Nonnen bewirtschaftet und dem Klosterhund Methusalem bewacht. Der Hund ist mindestens genauso alt wie das Kloster. Nach kurzem Aufenthalt und frischem Kloster-Quellwasser ging es weiter. Kurz hinter dem Kloster hat man schon einen sehr schönen Blick! |
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Wir verlassen nun den Wald und damit den Schatten. Es geht es über die steilen, steinigen Berghänge weiter nach oben, und man muss schon genau schauen, wo man hintritt und welchen Weg man wählen muss. Mit Jürgs Kenntnissen und Routine ist die Sache allerdings halb so schlimm, teilweise gibt es sogar Markierungen. Der Blick nach unten in eine der imposanten Schluchten macht noch mal deutlich: Nie alleine und nur mit gutem Schuhwerk! Trotz der hohen Temperaturen ist eine lange Hose empfehlenswert, da der Weg oft durch Sträucher und Buschwerk führt. |
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Ca. 30 min nach dem Kloster bietet es sich an, eine kurze Rast zu machen und etwas Wasser zu sich zu nehmen. Man ist auf einer ebenen Fläche, von der aus man schon eine gute Fernsicht über die Region hat. Mit Blick Richtung Gipfel wird schnell klar: It´s a long long road... |
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Nach wiederum einer guten halben Stunde wird der Weg etwas freundlicher. Es ist flach und auch wunderbar grün, im Mai jedenfalls. Alles blüht - die Natur muss sich beeilen; bald steigen die Temperaturen enorm an und Regen wird's die nächste Zeit kaum noch geben. Der Weg schlängelt sich durch ein Tal. Dort gibt es auch eine kleine Quelle zur Erfrischung. |
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Nach etwa 15 Minuten in 1160 m Höhe erreichen wir die kleine Kapelle Profitis Ilias; sie dient zugleich auch als Unterschlupf bei schlechtem Wetter. Leider gibt es hier kein Wasser, nehmen Sie daher genug mit! Es sind dort zwei getrennte Räume jeweils mit Kamin für den Fall der Fälle. Bei unserem Besuch war sie leider noch in der Renovierung; normalerweise sollte sie strahlend weiß sein. An der Kapelle sollte man sich wieder eine Pause gönnen und natürlich eine Kerze anzünden. Die Aussicht ist schon gigantisch und man findet Schatten, um für das letzte Stück bis zum Gipfel noch mal Kräfte zu sammeln. Eine gute Stunde benötigen wir von hier aus noch. |
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Der Weg und die Vegetation ist erst noch angenehm. Nun wurde es unangenehm. Es war steinig und steil, und auch die Sonne war schon ganz schön stark. Hier mussten wir uns nochmals auf unsere Füße und den Weg konzentrieren. Dann war es aber endlich geschafft genau wie ich.
Der Gipfel war erreicht!
Erstmal gab's natürlich ein Gipfelfoto und einen Gipfel-Ouzo als Belohnung für unsere Qualen. |
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Beim Rückweg gab es wenig Pausen. Es ist zwar auch nicht gerade einfach bergab zu gehen, jedoch haben wir festgestellt, dass mit sinkender Höhe auch die Temperatur anstieg. Aus diesem Grunde sind wir stramm zum Kloster durchmarschiert. Hier gab es noch mal einen erfrischenden Schluck aus der Quelle und einen wunderbaren Blick auf das Kloster in der Mittagssonne. Als wir endlich im Jeep saßen, waren wir stolz und erledigt. Im Hotel gab es erst mal eine erfrischende Bahn im Pool. Beim Blick vom Pool auf das mächtige Kerkis-Massiv konnte ich mir kaum vorstellen, real vor wenigen Stunden dort oben gewesen zu sein. Als ich dann im Liegestuhl lag, belauschte ich andere Touristen. Sie waren bis zum Kloster gewandert und der festen Überzeugung, dass es von dort auf gar keinen Fall weitergeht. Nun, ich wusste es besser! Zufrieden bin ich dann eingeschlafen. Die Eindrücke sind mir bis heute unvergesslich und müssen unbedingt bald wieder aufgefrischt werden!
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Wir bedanken uns sehr herzlich bei Boris Müller für diesen wunderbaren Erlebnisbericht und die ausdrucksstarken Fotos. Bis zum Gipfel des Kerkis schaffen es die wenigsten Urlauber und es sei nochmals die Warnung wiederholt, diese Tour niemals alleine zu unternehmen - auch wenn es "nur" 1443 m hoch geht! |